Unsere Herminetochter ist erwachsen geworden. Sie ist noch immer albern und lustig und ein Sonnenschein wie ihre Mutter, aber nun schon 18 Monate alt. Da ist es Zeit für die erste Prüfung im Leben.

Das ist die Begleithundeprüfung, die Flossie wie schon Emily zuvor im Winter in einer Hundesporthalle hinter sich gebracht hat. Wir hatten fleißig geübt, aber Flossie hat deutlich weniger Spaß an den Aufgaben als Emily im letzten Jahr. Sie mag nicht so dicht sitzen, mag nicht bei der Arbeit angefasst werden und es war harte Arbeit ihr die eher statischen und wenig aktionsreichen Aufgaben schmackhaft zu machen.

Der Tag begann nach der Anmeldung und dem Papierkram mit einer Unbefangenheitskontrolle und dem Chip ablesen. Bei frostigen 0 Grad sind wir vor der Halle alle lustig im Kreis herum marschiert, damit die Hunde nicht frieren müssen. Flossie hat die Gelegenheit genutzt und noch schnell das Häufchen mitten auf dem Parkplatz abgeworfen. Es war eine Gruppe von 12 Hunden, bis alle einmal abgelesen waren, war Flossie also prima warm getrabt. Wir waren als zweites Pärchen dran, so dass nach dem Aufwärmen noch Zeit für ein lustiges Spiel und einige besonders gute Leckerchen blieb. Und dann ging es auch schon los. Rein in die Halle, anmelden und dann in die Ablage. 

Während der niedliche Mitstreiter seine Arbeit erledigte, sollte Flossie ruhig liegen bleiben. Das ging eine ganze Weile gut, dann lag da dieser Fussel. Die Flossienase wurde länger und länger, dann robbte die daranhängende Flossie etwas vor und schließlich beschloss sie, auch die umliegenden Fussel genauer anzuschnuppern. Auf ein Kommando hin, blieb sie dann an ihrem Platz, aber leider hat das Geschnupper direkt die halbe Übung entwertet.

Beim Abholen habe ich sie trotzdem so doll gelobt, als wenn sie alles toll gemacht hätte, damit sie die nächsten Aufgaben motiviert abarbeitet. Sie ist aber ja nicht dumm und die Hallenatmosphäre und die verschnupperte Ablage haben dazu geführt, dass sie lange nicht so hübsch lief, wie beim üben. Zwar halbwegs korrekt in der Position, aber wer sie kennt weiß: Die Rute verrät den Streß. Flossie hat eigentlich eine schöne schwungvolle C Rute. Dass sie sie eher nach waagerecht trägt, verrät ihre Anspannung. Die Leinenführigkeit ist mit einigen kleinen Patzern "sehr gut" bewertet worden. Die Freifolge war deutlich besser. Flossie taute auf und traute sich auch ein wenig mehr und so bekamen wir trotz eines Fehlers im Laufschritt noch ein "vorzüglich". In der Sitzübung hat sie sich ziemlich schräg hingesetzt, aber vorbildlich gewartet und ebenfalls ein "sehr gut" ergattert. Beim Ablegen mit Herankommen hat sie ihren Einsatz verpasst und ist erstmal gar nicht mitgekommen. Dann lag sie schräg, sass schräg vor und hatte einen schrägen Abschluß (schräg ist weiter weg und auf jeden Fall besser, weil man dann keinen Kontakt hat und trotzdem gut hochsehen kann). Immerhin konsequent - für die Übung gab es ein "gut".

Ich war mit dem ersten Teil zufrieden, trotz Stress hat der kleine Spatz gut mitgemacht und am Ende zählt ja nur "bestanden". Und das hat geklappt. Im Verkehrsteil hat sich Flossie dann als echter Landhund geoutet als wir vor einer Blindenampel standen und sie mit schiefgelegtem Köpfchen versuchte das mysteriöse Geräusch zu identifizieren. Anbinden und alleine bleiben war überhaupt kein Problem, andere Hunde, Jogger, Menschen, Fahrräder und Autos störten sie überhaupt nicht.

Und schon war die erste Prüfung bestanden. Flossie ist Begleitpudel. Als Belohnung hatten wir uns schon vorher einen schönen Onlinekurs für Agility gekauft, mit dem wir jetzt die weniger lustigen Übungen durch Action ersetzen. Ab jetzt ist nämlich Rennparty auf dem Hundeplatz.

Begleitpudel
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