Eigentlich ist der Pudel ja ein Wasserapportierhund. Schon lange schwebt die Idee im Kopf rum, diese ursprüngliche Verwendung zu fördern. Sowohl Java als auch Coco tragen von sich aus Sachen herum. Also haben wir beschlossen das Ganze etwas ernsthafter anzugehen. Außerdem hat ein Hundeschulverband eine Möglichkeit geschaffen, das Ganze sogar wettbewerbsmäßig anzugehen. Bisher gab es Dummyprüfungen nur im Retrieververband und dort werden andersrassige zum Training meist nicht gern gesehen und zu Prüfungen nicht zugelassen.

Wir haben uns dazu 2 Bücher von Norma Zvolsky und einen rosa Mädchendummy angeschafft. Und dann sind wir nach einer Woche Buch lesen einfach mal losgezogen, um die ersten Übungen vom Einweisen und Markieren zu machen.

Geübt haben wir zunächst das Kommando "voran", auf das der Hund später genau in die angewiesene Richtung los spurten soll, weil der Besitzer weiß (und der Hund nicht), das da ein Dummy liegt. Im Video stellt man deutliche Unterschiede fest. Java ist älter, kann schon frei sitzen und geht etwas weniger zielstrebig zum Napf, weil sie sicher sein will, das es auch legal ist, daraus zu fressen. Schließlich verbiete ichs ihr ja vorher, wenn wir vom Napf los marschieren. Je öfter die Übung gemacht wird, desto sicherer wirkt das Ganze aber. Besonders niedlich der Fehlversuch, weil der Rinderherzeimer in der Bahn steht. Das mit den Verleitungen kommt noch, aber erst 30 Trainingsschritte später. Coco hingegen schießt wie eine Irre los, lässt sich dafür viel schwerer vom Napf weg locken. Außerdem kann sie im Schlamm noch nicht Sitz. Also darf sie aus dem Stehen und festgehalten werden laufen. Schließlich geht es ja hier um voran und nicht um Sitz. Fazit. beide Pudel können die erste Aufgabe: voran zum Napf, wenn man vorher gesehen hat, das was reingelegt wird.

Die zweite Übung war das Kommando "such", das bedeutet: du bist im Zielgebiet: jetzt Nase! Java hat sich sofort an die Fährtenaufgaben erinnert und prima rumgeschnuppert. Sie klang wie ein kleiner Staubsauger. Aber Zielsetzung war auch: wenn gerufen wird: aufhören mit Suchen. Das hat sie mal so gar nicht eingesehen, schließlich lagen da überall noch Leckerchen. Coco macht das prima. Sie schnüffelt, sie hört prompt wenn man sie ruft - sie scheint ein Apportierstreberhund zu sein.

Das Markieren (Retrieversprache für "merken wo das Dummy liegt") beginnt mit einem einfachen Wiederbringen des Dummys. Das hat mal so gar nicht geklappt. Wenn Java es überhaupt bringt, dann hält sie es am äußersten Ende fest, schüttelt lustig darauf herum und wirft es mir lieblos vor die Füße. Das alles ist nicht so ganz das wie es im Buch steht. Aber in dem zweiten gekauften Buch steht auch die Anleitung für dümmere Retriever, wie man die einzelnen Elemente aufbaut, falls der Hund das nicht von Natur aus richtig macht. Also clicker ich Java jetzt einen ordentlichen Apport an. Coco bringt erstmal ihren Futterbeutel. Das klappt vom Aufnehmen und Tragen besser und zielstrebiger, dafür schiesst sie gelegentlich lustig grinsend an Martin vorbei. Auch das Abgeben macht sie nicht immer in die Hand - beide Pudel haben hier noch Übungsbedarf.

Erste Erkenntnisse:

Man schleppt Unmengen an Material mit sich rum (Rinderherz in der Plastikbox, Trockenfutter in der Tasche, Retrieverleine, Hundenapf, Dummy und natürlich die Kamera) &

Alle Beteiligten hatten Riesenspaß!

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