Manchmal geht etwas schief. Und dieses Mal ist es einfach gründlich schief gegangen - die kleine Cleo hatte einen Unfall. Ein Besuchskind hat es versehentlich mit dem Fuß erwischt, ein Quietscher, dann hüpfte der Welpe davon. Das weinende Kind haben wir getröstet mit: "Die haben noch ganz weiche Knochen und Bänder. Der hat sich ganz doll erschreckt, schau, es ist schon wieder gut."

Leider war das aber nur der äußere Anschein. Tatsächlich ist ein ziemlicher Schaden entstanden, denn die kleine Cleo lief erst nur minimal, jetzt aber mehr und mehr falsch. Sie winkelt das eine hintere Bein unter den Körper an und kann es nicht gut ausstrecken. Deshalb waren wir in der letzten Woche zum Tierarzt und heute gleich noch einmal.

Bedauerlicherweise wurde durch das Trauma die ganze Statik gestört, nun ist die Kniescheibe seit einigen Tagen dauerhaft nach innen luxiert. Weil der Welpe gerade stark wächst, zieht das nun falsch gelagerte Band und verdreht das Bein. Das darf so nicht bleiben, sonst könnte der Hund später überhaupt nicht laufen. Deshalb wird nun mit einer Operation der äußere Halteapparat vom Knie gestrafft und enger gemacht, der innere hingegen mit einem Schnitt gelockert. Das Ziel dieses Manövers ist, dass die Kniescheibe wieder dauerhaft dort sitzt, wo sie hingehört und die Bänder wieder ihre Wirkung entfalten können. Das wird heute gemacht und nach 3-4 Tagen erfolgt eine Nachkontrolle. In etwa 70% der Fälle muss dieser Eingriff dann wiederholt werden. Ganz selten sogar ein drittes Mal.

Während der Operation kann man die Situation viel genauer beurteilen, denn für uns als Züchter ist es natürlich extrem wichtig zu wissen, ob wirklich nur der Unfall die Ursache gewesen ist. Immerhin ist Patella-Luxation eine Krankheit, für die Zwergpudel durchaus anfällig sind. Cleos Eltern Coco und Dallas sind frei, auch mehrere Generationen vorher. Trotzdem möchten wir immer und zu jeder Zeit ehrlich sein und genetische Fehler an zukünftigen Wirbelwinden unbedingt vermeiden.

Wir halten es für unverzichtbar hier offen darüber zu berichten, was passiert ist. Unfälle können passieren und die Tierärztin hat auch über Euthanasie mit uns gesprochen. So lange aber die Aussicht besteht, dass der Hund ein weitgehend uneingeschränktes Leben führen kann, ist das keine Option. Wir haben als Züchter die Verantwortung, wir haben schließlich dafür gesorgt, dass das kleine Wesen auf die Welt gekommen ist.

Eine genaue Prognose konnte uns die Klinik noch nicht geben, aber es besteht eine reele Chance, dass Cleo später mal vollkommen normal laufen wird, voll belastbar ist und nichts mehr von dem Schaden zurück bleibt. Garantieren kann das natürlich niemand. Unter dieser Voraussetzung können wir Cleo momentan nicht in eine neue Familie geben. Wir haben hier ganz bewusst nicht "leider" geschrieben. Cleo ist charakterlich einfach ein Goldschatz und schon im Vorfeld haben wir mit dem reizenden kleinen Hund geliebäugelt. Immer gute Laune, extrem duldsam und immer zufrieden mit dem, was er gerade hat. Nun bleibt die junge Dame halt erstmal im Hause Wirbelwind und wir schauen mal, wie alles ausgeht.

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