Cleo war vom ersten Tag an ein ziemlich besonderer Wirbelwind. War sie doch schon wenige Stunden nach der Geburt das erste Mal in der Tierklinik, weil das Schwesterchen sich weigerte herauszukommen. In der Folge war sie leider viel zu oft dort. Der Unfall mit 4 Wochen führte zu einer Operation und die Nachsorge des kleinen Würmchens hat uns ganz schön eng zusammengeschweißt. Eigentlich sollte sie zwar nicht bei uns bleiben, aber je länger sie da war, desto wackeliger wurde diese Entscheidung.

Es keimte der Gedanke auf, ob sie bei Verwandten wohnen könnte. Das passte aber nicht und so formten sich Sätze wie: "Na, wenn es nicht sein soll, dann muss sie eben bleiben." Gemeint war: "Gott sei Dank, dann müssen wir sie nicht abgeben."

Dann kam die Anfrage nach einem Pudel. Ein kleiner Hund war gestorben und es sollte ein neuer bester Kumpel ins Haus. Wir haben vom geplanten Herminewurf gesprochen und ganz normal eingeladen, die Hunde mal kennenzulernen. Und wir haben von Cleo erzählt, weil vielleicht ja auch ein Antje-Kind im Sommer hätte passen können und die zwei ja Halbgeschwister sind. Und die Cleo-Geschichte hat irgendwas gemacht.

Jedenfalls kam der Tag des Besuchs. Wir waren überhaupt nicht vorbereitet, sondern haben uns auf ein gemütliches Kaffeetrinken eingestellt. Der Besuch kam, Cleo sagte mehr als freundlich Hallo, der Besuch sagte mehr als freundlich Hallo. Und während wir noch ganz unbefangen über die Pudelfamilie gesprochen haben, haben Cleo und ihre neue Besitzerin Sandra scheinbar ganz heimlich verabredet, dass sie doch eine tolle Zukunft zusammen verbringen könnten.

Als das dann im Gespräch konkret wurde, waren wir ganz unvorbereitet. Technische und organisatorische Dinge - wie einigen wir uns mit den Folgekosten, falls noch eine Operation kommt? Wie machen wir das so, dass dann die bisher behandelnde Tierärztin die Sache weiter behandeln kann? Wie viel Geld soll die Cleo eigentlich kosten und die zentralste aller Fragen: Wann überhaupt?

Sandra wollte sie gleich mitnehmen. Sofort. Jetzt.

Cleo und Sandra
Cleo und Sandra

Das ging nicht. Das haben wir gedanklich auch überhaupt nicht sortiert bekommen. Aber dass das eine perfekte Chance war für die kleine Cleo, das haben wir schon gewusst. Jemand der sich in sie verliebt, dem es total egal ist, ob möglicherweise ein kleines Handicap bleibt. Jemand auf der Suche nach einem Hund fürs Herz.

Also haben wir den restlichen Tag die Cleo reisefertig gemacht, noch einen letzten schönen gemeinsamen Spaziergang mit allen gemacht, Papiere aufgesetzt und ihre Sachen zusammengesucht.

Gemeinsamer Spaziergang
Gemeinsamer Spaziergang
Cleo auf dem Weg nach Hause
Cleo auf dem Weg nach Hause

Am Folgetag haben wir Cleo in ihr neues Zuhause nach Hannover chauffiert. Wir haben uns viel besser gefühlt, weil man sofort gesehen hat, wie unproblematisch alles wird. Völlig unbefangen hat sich die junge Dame die Wohnung angesehen, mit den bereitgelegten Spielsachen gequietscht und sich nach einer kleiner Gassirunde in die Hundebox zum schlafen gelegt. Irgendwann zwischendurch sind wir einfach ohne sie weggegangen. Bei aller Vernunft und Einsicht wie gut es für sie wäre, als Einzelhund intensive Betreuung zu bekommen, hat es doch unendlich weh getan. 

Cleo im neuen Zuhause
Cleo im neuen Zuhause

Es war eigentlich eine ganz normale Welpenabgabe. Und doch war es so unendlich viel mehr für uns. Nicht nur weil Cleo länger bei uns war, sondern weil wir mit dem kleinen Goldstück so viel gemeinsam durchgestanden haben. Alle Wirbelwinde bleiben im Herzen unsere. Aber Cleo sicher noch eine Spur mehr. 

Wir wünschen dir ein ganz langes, gesundes und wunderbares Leben!

Cleo
Cleo
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