Der kleine Wirbelwind
temperamentvolle Zwerg- und Kleinpudel

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F-Wurf - guggst du!

Unser F-Wurf war von langer Hand geplant. Sobald die Geburt unserer Fünfer-Jungsgruppe "D" geboren war, stand fest: Es wird noch einen Wurf aus Hermine x Paul geben. Denn schließlich möchten wir ja gern eine Hündin aus unserem Sonnenscheinchen behalten und nach 5 Jungs sollte doch bei F etwas mehr Glück mitspielen.

Tja - und dann ging es zur obligatorischen Augenuntersuchung. Es folgte eine bitterböse Überraschung. Hermine habe ein Iris Kolobom. Das ist eine angeborene oder erworbene Spaltbildung in der Iris. Sie kann Auswirkungen auf das Sehfeld haben, ist aber von Haus aus erstmal nicht zuchtausschließend. Trotzdem natürlich ernüchternd und wir würden uns zuhause Gedanken machen, ob wir mit einer anatomischen Besonderheit, die den Hund einschränkt und vererbbar ist, überhaupt weitermachen möchten. Aber nach der Weitstellung der Pupille mit Tropfen und dem Griff zur Spaltlampe wurde es erst so richtig schlimm: Hermine hätte Katarakt (grauer Star). Das ist in jedem Fall zuchtausschließend, Hermine würde im Alter blind werden und die Ärztin war sich ganz sicher.

Sehr enttäuscht und todtraurig haben wir als erstes alle "Betroffenen" informiert. Also die Besitzerin des Deckrüden, die Zuchtwartin, potentielle Interessenten für den Wurf und Hermines Züchterin. Von Vornherein haben wir uns geschworen, dass wir mit solchen Dingen völlig transparent sein werden, denn zur Verbesserung einer Rasse und zu einem guten Züchter gehört auch der Mut zu sagen, wenn etwas schief gegangen ist.

Heute war dann ein Besuch beim Spezialisten (DOK) in Bramsche dran. Eigentlich wollten wir nur gute Therapieansätze erklärt bekommen und eine schriftliche Diagnose auf dem umfangreicheren Testbogen des DOK. Doch erneut Überraschungen - dieses Mal nur gute, nein: Hervorragende!

Das vermeintliche Iriskolobom ist eine Iris Atrophie. Der gefärbte Teil des Auges ist dabei degeneriert und die Muskeln ziehen sich nicht schnell genug zusammen. Es ist eine häufige Erscheinung, gerade bei Kleinpudeln. Mit fortschreitendem Alter steigt die Zahl der betroffenen Hunde, ebenfalls als Ursache sind Augenentzündungen möglich. Für den Hund ist die Auswirkung nicht schlimm. Das Sehvermögen ist gar nicht beeinträchtigt, eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit wegen einer verzögerten Pupillenreaktion ist eigentlich alles.

Dann kamen die Pupillenerweiterungstropfen und die noch viel größere Überraschung. Hermine hat nicht mal den Anflug eines Katarakts! Das Auge ist (bis auf die zu schlappe Iris) komplett gesund! Was die erste Tierärztin gesehen hat, ist unklar. Möglicherweise eine Alterstrübung (Nukleosklerose). Diese entsteht dadurch, dass fortwährend neue Linsenzellen gebildet werden, jedoch dabei die Linsenkapsel nicht größer wird. Daher müssen die Zellen im Linsenkern immer dichter aneinander rücken. Optisch entsteht das Bild einer Trübung, die dem grauen Star recht ähnlich sieht. Im Unterschied dazu führt jedoch die Nukleosklerose nicht zur Erblindung. Eigentlich sieht man das durch die Tropfen und die Spaltlampe dann - aber selbst beim besten Tierarzt können Fehler passieren. Tja. Und nun eröffnen wir mit dieser Botschaft voller Glück die Rubrik "F-Wurf".

Wir fahren zu Pfingsten an die Schlei und Hermine trifft zum dritten Mal Paul - wir hoffen auf eine Hündin für uns und freuen uns mit allen Interessenten! Noch viel mehr freuen wir uns natürlich, dass Hermine gesund ist. Sie sieht gut und das wird hoffentlich dauerhaft so bleiben.