Eine ziemlich spannende Frage für zukünftige Welpenbesitzer. Es gibt einige Rassen, bei denen das recht gut vorherzusehen ist. Bei uns aber eher nicht.

Der genetisch bunte Pudel

Die Pudelzuchtverbände im VDH erlauben "Umschreibungen". Wenn ein besonders kleiner Kleinpudel geboren wird, dann kann man ihn als erwachsenen Hund in der Zwergpudelzucht einsetzen. Das ist sehr schlau, denn so geht das genetische Profil wertvoller Hunde nicht verloren, nur weil eine Eigenschaft nicht so ausgeprägt ist, wie das sein soll. Denn insgesamt darf man nicht vergessen, dass es keinen perfekten Hund gibt. Und gerade beim Pudel ist dieser "fehlerhafte" Kleinpudel ja möglicherweise ein fast perfekter Zwerg.

Zudem werden diese Umschreibungshunde mit Pudeln verpaart, die einen sehr niedrigen Inzuchtkoeffizienten haben - die also meistens sehr weit oder gar nicht miteinander verwandt sind. Genetische Vielfalt ist sehr wichtig und die Verpaarung sehr nah verwandter Hunde oft kritisch. Beim Großpudel hat beispielsweise der übertrieben häufige Einsatz gleicher Zuchttiere zu einer schmalen genetischen Basis geführt. Erst viel später wurde bemerkt, dass sich dadurch Addison (eine Nierenkrankheit) und Sebadenitis (eine chronische Hautentzündung) ausgebreitet hatten. Typischerweise empfehlen Wissenschaftler dann oft gezielt die Genetik wieder "aufzufrischen" - beim Großpudel beispielsweise durch das gezielte Einsetzen von Kleinpudeln. 

So hat man sehr ähnliche Hunde, beide wertvoll für die Zucht und das Risiko der Erkrankung sinkt für die Nachkommen um 50%.

Die Größe

Und basierend auf dieser Ausführung ist klar: Auch die Größe variiert bunt auf und ab. In vielen Ahnentafeln tauchen Pudel anderer Größen auf. Und manchmal kommt in der übernächsten Generation diese Eigenschaft wieder hervor. "Da schlägt der Zwerg durch", sagt man dann. Und anders als in anderen Rassen (wo Welpen falscher Größe automatisch für die Zucht verloren sind), ist das dann erstmal gar nicht schlimm.

Allerdings macht es die Vorhersage natürlich ungleich schwerer. Man würde meinen, die Größe bei der Geburt oder die Gewichtsentwicklung beim Züchter würde eindeutige Hinweise geben. Das stimmt oft, aber manchmal eben auch gar nicht. 

In unserem D-Wurf Hermine und Paul wurden 5 Rüden geboren, die beiden Schwersten 280 Gramm, der leichteste 224. Am Abgabetag war der leichteste Welpe (Dodo) immer noch mit Abstand der Leichteste. Die beiden schweren Welpen waren immer noch die Schwersten. Und dieser leichteste Welpe im Wurf ist mit 42 cm der größte Wirbelwind geworden, der je bei uns geboren wurde. Die beiden ursprünglich viel kräftigeren Rüden sind sichtbar kleiner geworden.

Und Familie I?

Die beiden Welpen hatten bei der Geburt den riesigsten Gewichtsunterschied, den wir je hatten. Der Rüde wurde mit 104 Gramm geboren, die Hündin mit 209. Wenn man sich die absoluten Kurven ansieht, wachsen beide gefühlt gleichmäßig:

Gewicht I-Wurf

Wenn man aber die prozentuale Veränderung des Gewichts betrachtet, sieht das schon anders aus

Der Rüde hat bisher insgesamt 120% zugelegt, die Hündin
Der Rüde hat bisher insgesamt 120% zugelegt, die Hündin "nur" 90%

In unserem G-Wurf Zwerge wurde Grisu (Kolur) mit 210 Gramm geboren (genau wie die I-Hündin aktuell). Er war auch mit einer Woche ungefähr genau so schwer wie die Hündin. Aus Kolur ist ein mittelgroßer Kleinpudel geworden!

Fazit: Wir wissen es nicht. Es scheint wahrscheinlich, dass der kleine Rüde aus dem I-Wurf auch klein bleibt. Möglicherweise wird die Hündin ein Endmaßzwerg. Oder es kommt eben ganz anders. Mit Sicherheit kann man nur sagen: Beide Welpen sind sehr aktiv. Sie trinken und wachsen gut.

Rüde

Hündin

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